Trondheim – Hurtigruten – Lofoten – Andoya

Es gibt Dinge, die muss man einfach mal gemacht oder gesehen haben: Sachertorte im Hotel Sacher in Wien essen (2011 erledigt), die Pyramiden von Gizeh gesehen haben (2011 erledigt), mit dem Fahrrad durch die Wüste fahren (2011 erledigt), sein Glück als Goldsucher versuchen (2013 erledigt), als bildender Künstler in Berlin ausgestellt haben (elfmal erledigt 2015 bis 2017), als bildender Künstler in New York ausgestellt haben (offen) und den Polarkreis mit den Hurtigruten zur See zu überqueren sowie Wale Watching (2018 erledigt) … Fortsetzung folgt.

Ich wollte eigentlich schon in Kristiansund einen neuen Blog schreiben, wie hässlich diese Stadt ist, da laufe ich an einem Schild vorbei, das wir (Deutschland) 1941 diese Stadt in Schutt und Asche gebombt haben. Sie wurde schnell und zweckmäßig wiederaufgebaut und somit auf Ästhetik kaum wert gelegt. Soviel zum Vogelschiß der Geschichte. Es ist wirklich unglaublich wie schnell unsere alten und neuen Nazis wieder aus Ruinen auferstanden sind.

Frei nach Berthold Brecht: Das Beste an Kristiansund ist das Schnellboot nach Trondheim. Mindblowing … hier könnte ich es länger aushalten. Gemütliche Cafés, Kneipen, Livemusik, Universitätsstadt etc. Aber das Nordkap ruft und ich hänge meinem (eigentlich nicht vorhandenen) Zeitplan hinterher. Mit den Hurtigruten fuhr weiter bis nach Bodo. Die einfache Überfahrt über den Polarkreis (übrigens mit Zertifikat vom Kapitän unterschrieben – hängt ab Herbst an meiner Egowand) war alles andere als einfach. Sturm, Regen und fast sieben Meter hohe Wellen machten einigen zu schaffen. Aber was macht ein richtiger Abenteurer: Vor dem Sturm essen und das reichlich. Zum Essen auf jeden Fall ein Bier trinken. Dann im Salon (während des Sturms) entgegengesetzt zur Fahrtrichtung hinsetzten und ein bzw. zwei weitere Bierchen trinken. Keiner der anderen Passagiere hat etwas getrunken. Die Anweisung durch Reiseleiter Harald aus Hamburg war ganz klar: Hinsetzen, nicht rumlaufen, keiner darf an Deck, auf jeden Fall die Treppen meiden und auch beim Sitzen festhalten. Es war wirklich ungemütlich. Aber ich hatte meinen Spaß als ich das dritte Bier holte und die entsetzten (grünen) Gesichter der anderen sah. Ergo: Ich bin trink- und seefest!

Um 07.28 habe wir dann den Polarkreis überquert und gegen Mittag in Bodo angelegt. Da ich nun durch mein wie immer unauffälliges Verhalten und meinem völlig überladen Fahrrad innerhalb weniger Stunden bekannt war wie ein bunter musste ich in Bodo erstmal jedem erklären wohin, warum, wie lange etc. Übrigens: Wer glaubt, die Hurtigruten wären nur etwas reiche Snobs irrt. Eine einfache Überfahrt kostet nicht wirklich viel und wer unter 20 Stunden fährt muss noch nicht einmal eine Kabine haben. Das Fahrrad kostete 13,00 € – also auch für ein kleines Budget machbar. In Bodo bin ich umgestiegen in die Schnellfähre nach Moskenes, in den Süden der Lofoten.

Die Lofoten waren landschaftlich der Hammer, fast noch besser fand ich allerdings die Insel Andoya – könnte aber auch am Wetter gelegen haben. Es ist nicht ganz flach, so wie in einigen Radreiseführern behauptet, aber es ist bis auf einige Brücken radelbar. Es riecht allerdings auch immer nach diesem getrockneten Fisch … Einen weiteren Sturm habe ich dann in einer Hütte auf einem Campingplatz abgewettert.

Highlight der bisherigen Reise, mal abgesehen von den tollen Bildern die man hier von der Landschaft machen kann, war eine nicht geplante und sehr spontane Whalesafari (Wale Watching) in Andenes im Norden der Insel Andoya. Auch hier wieder etwas Pech mit dem Wetter: Ordentlicher Seegang, Regen aus allen Richtungen aber relativ gute Sicht. Wir haben drei Wale gesehen und da ich fast alleine auf dem Achterdeck (wieder so ein versteckter Abenteurertrick) war konnte ich ohne Probleme vernünftige Fotos machen.

You only live onces. Rock it!

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Berlin – Kopenhagen

Mit dem Fahrrad von Berlin nach Kopenhagen fahren stand schon immer auf meiner Bucket List. Das es mal der Auftakt für eine so große Tour wird hätte ich nicht gedacht. Der erste Tag aus Berlin rausfahren war noch geprägt von Hektik und Konzentration auf die leider immer noch bescheidene Ausschilderung des Radweges …

In Fürstenberg war ich eingeladen von Michael Wittke in der Alten Reederei, ein Bed & Bike direkt am Radfernweg Berlin-Kopenhagen. Michael organisierte noch ein Interview mit der Gransee Zeitung (MOZ) und ich konnte ich aller Ruhe die ersten Regentage dort sehr bequem und in guter Gesellschaft abwettern. In der Alten Reederei werde ich im kommenden Jahr im Februar einen der ersten Vorträge über diese Tour halten.  Durch die Havelberge ging es weiter über Waren, Güstrow nach Rostock. Die Fähre von Rostock nach Gedser legte pünktlich ab und Dänemark empfängt mich mit viel Wind und etwas Regen. Ein kleiner Stop in einem Bed&Bike (Super große Zimmer und ganz wichtig: eine Waschmaschine!) in Praesto gab mir die Möglichkeit in Dänemark auch richtig anzukommen. Ich konnte es kaum erwarten weiter nach Kopenhagen zu fahren, dem ersten Etappenziel. Coole Stadt, lecker Essen und angenehme Menschen. Besonders gut hat mir die „Ausstellung“ von Marina Abramovic in der königlichen Bibliothek gefallen. Die Tage in Kopenhagen habe ich genutzt um die Ausrüstung zu optimieren und das Mäandern von einer Radtasche in die andere Radtasche etwas besser zu organisieren. Entlang der Küste in Richtung Norden kommt man am Louisiana Museum of Modern Art vorbei. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. In nur 20 Minuten fuhr ich mit der Fähre von Dänemark nach Schweden. Im Hafen wurde ich und alle ankommenden Autofahrer das erste Mal seit Jahren wieder von Grenzschutz kontrolliert. Hier werde ich auf jeden Fall bis Göteborg fahren und mich dann Entscheiden wie es genau weiter geht.

 

You only live onces. Rock it!