Equipment

IRON HARD Equipment 

Eines vorweg: Ich bin kein Bike Packer, d. h. ich habe irgendwie immer zu viel dabei. Ich mache es mir gerne gemütlich. Oft muss ich mir unterwegs viel Spot anhören. Aber: „Kann ich mal Dein Duschzeug haben, mein Kumpel hat gerade unseres …“ oder „Kann ich mal kurz Deinen Laptop haben um meine eMails zu checken.“ Gibt mir zwar ein relativ überlegenes Gefühl, ich bin aber nicht unterwegs um für andere, die zu faul sind sich ordentlich auszurüsten (also ultra-light unterwegs sind) die (also meine Klamotten) zu schleppen. Abgesehen davon, gibt es einen Unterschied zw. über einem halben Jahr unterwegs sein und zwei Wochen Mainradweg. Da ich nicht gesponsert werde, kann ich völlig frei meckern oder loben wie ich es für richtig halte.

Das Fahrrad

Ich fahre mit einem Giant Expedition AT mit Rohloff Speedhub und Scheibenbremsen. Na ja, es gibt bessere … ich habe mich etwas blenden lassen … aber lassen wir das. Wer die Szene kennt, weis, was die beiden Idioten für eine Lachnummer aus den gesponserten Rädern gemacht haben. Dennoch, das beste Fahrrad ist das, was man hat.

Den Sattel habe ich gegen einen Brooks B 17 Flyer ausgetauscht. Die Sattelstütze schmückt nun eine Parallelfederung von … Die Felgen von Swiss DT konnte ich nicht mit den Mondialreifen von Schwalbe auf die nötigen 5 bar aufpumpen … ich weis, das man Felgen nicht aufpumpen kann, ihr wisst was ich meine! Schon nach etwa 1.000 km (auf der Oslotour 2016) brach die erste Speiche. Beim Schrauber meines Vertrauens habe ich mir neue Felgen montieren lassen. Die Bremse (hinten) gab völlig unvermittelt auf (billig verbautes Material). Ebenfalls neu gemacht. Mit der Rohloff bin ich sehr zufrieden, habe allerdings auf Steckritzel gewechselt, da ich somit weniger Werkzeug mitnehmen muss. Das Fahrrad habe ich in Berlin gekauft, beim sog. Fachhandel, es war einfach nur hastig zusammengepfriemelt. In einer Fachwerkstatt vom einem Zweiradmechaniker-Meister, habe ich mir alles nochmal „neu“ machen lassen. Ich denke, dass es diese Tour aushalten wird.

Giant Expedition AT – 26″ – Rohloff Speed Hub 14 – Scheibenbremsen – Brooks Sattel – neue Felfen und Bremsen

 

Havelradweg Brandenburg – Peter Kagerer Photography

Die Fahrradtaschen sind dieses Jahr für Vorne von Arcel (45 Liter) und für Hinten von Ortlieb (70 Liter).Ich habe fast alles was es auf dem Markt gibt ausprobiert. VauDe ist mir schon von Berlin nach Belgrad (2011) kaputt gegangen – einfach zerbröselt. Ortlieb ist nett, aber diese dämlichen Adapter verliere ich ständig. Wenn ich noch mal schnell etwas in die Tasche stopfen muss verletzte ich mich an den Schrauben. Ob die Arceltaschen durchhalten werde ich hier berichten …

Zelt, Schlafsack und Isomatte

Ich fahre seit Jahren mit einem Hilleberg Unna (Ein-Personen-Zelt) mit Footprint. 2013 kam ich am Nordkap in einen Sturm, der wirklich jedes Zelt zerfetzt hätte. Beinahe wäre ich auch noch die Steilküste runtergeweht worden … Glück gehabt. Wieder in Sicherheit konnte ich das Zelt mit wenig Aufwand reparieren, d. h. die zerfetzen undichten Stellen mit Gorillatape abkleben und die verbogen Stangen wieder richten. Es sah nicht schön aus, aber ich konnte weiter fahren und kam damit noch um die Ostsee nach Berlin. Ein anderes Zelt wäre wahrscheinlich total zerstört worden inkl. dem Gestänge. Außerdem mag ich den Panoramablick aus diesem Zelt, d. h. ich kann das „Vorzelt“ komplett aufwickeln und habe einen 180 Grad Rundumblick. Obwohl ich wirklich viel Gepäck dabei habe, passt alles ins Zelt und ich kann sehr bequem darin schlafen. Es ist gut belüftbar aber auch auf Grund des relativ kleinen Innenraums durch Körperwärme „beheizbar“. Dafür, dass sich am Design seit über 20 Jahren nichts geändert hat, ist es unverschämt teuer, aber jeden Cent wert!

Mein Schlafsack ist eigentlich ein Zwiebelschalensystem, das von minus 15 Grad bis plus 35 Grad für mich perfekt funktioniert. Grundlage ist ein (relativ billiger) Sommerschlafsack, den ich am Fußende komplett öffnen kann, so dass er zur Decke wird. Es folgen mehrere Schichten von Innen nach Außen: ein Seidenschlafsack, ein VBL-Liner von Western Mounteneering (nur für den Notfall), ein Termoinlet aus Fleecematerial, ein Merionwolleinlet und über dem Schlafsack habe ich noch ein Ponchoinlet. Wenn ich mir in Norden eine Hütte miete, lege ich das Ponchoinlet auf die Matratze und decke mich mit dem Schlafsack (eben als Decke) zu. Das Gleiche mache in Hostels oder Jugendherbergen. Spart richtig Geld und ist super gemütlich. Im Sommer verwende ich nur den Schlafsack und wenn es etwas kühler wird, wickel ich mich zusätzlich in das Ponchoinlet ein. Je nach Temperatur kommt dann noch eine oder mehrere der o. g. Inletts hinzu. Ich habe bis auf die VBL schon alles gebraucht. Wenn es richtig heiß ist, verwende ich nur das Ponchoinlet als Decke direkt auf der Isomatte. Wie gesagt, ich reise immer am äußersten Rand der drei und manchmal auch vier Jahreszeiten entlang.

Als Isomatte verwende ich eine TermaRest Neo Air und eine Doublematt von Exped. Die Doublematt ist zwei Meter lang, ein Meter breit und vier Millimeter dick. Ergibt als einfache Isomatte also 200 cm x 50 cm x 8 mm. Aufgefaltet deckt sie aber den gesamten Boden meines Zeltes und den Rand ab, d. h. es gibt fast keine Kältebrücken nach außen. Außerdem kann ich damit auch in einem „feinen“ Hotelzimmer bedenkenlos mein Fahrrad reparieren ohne etwas schmutzig zu machen. Sie dient natürlich auch während einer ausgedehnten Mittagspause zum schlafen, am Feuer zum rumlümmeln und schützt die eigentliche Isomatte vor Beschädigungen durch kleinen Dornen und spitzen Steinen. Ich achte immer darauf, dass ich das gesamte „System“ bei 40 Grad in der Waschmaschine komplett waschen kann und anschließend im Trockner trocknen und so schnell wieder abmarschbreit bin.

Mein Küche

Sie besteht aus einem JetBoil Mojo (Gaskocher), einer 450 ml Kaffeetasse (doppelwandig isoliert) aus Titan von SnowPeak, einem 600 ml „Fressnapf“ aus Titan von SnowPeak und einem dichten, faltbaren Fressnapf von Sea2Summit.

Das Essbesteck besteht aus einem selbstgenähtem Tuch mit einem Spork (eine Mischung aus Gabel und Löffel) von SnowPeak, einem Teelöffel von Esbit, einem klappbaren Brotzeitmesser, einem Suppenlöffel von GSI nur zum Umrühren und zusammensteckbaren Essstäbchen von SnowPeak.

Als Extra-Gimmick habe ich einen kleinen elektrischen Wasserkocher dabei. Schon mal in einem Hotelzimmer den Gas- oder Benzinkocher angemacht … schnell einen Tee am Abend und einen Großeinsatz der Feuerwehr verursacht … morgens einfach keinen Bock das ganze Zeug auf dem Campingplatz aufzubauen. Auf dem Weg zur Morgentoilette ganz frech den Kocher an den Steckdosen für Rasierer oder Föhn anschließen und fertig ist der Kaffee … klappt immer. Spart Gas und sorgt für ungewöhnliche Gespräche. Oft hatte ich auf Campingplätzen auch direkt am Zeltplatz kostenlosen Strom.

Navigation

Ich verwende ausschließlich Landkarten aus Papier. Für den gesamten IRON CURTAIN TRAIL gibt es aus dem Esterbauer Verlag die Bikeline Karten. Für Schweden gibt es ebenfalls gute Radkarten. Für Süd-Norwegen habe ich ebenfalls spezielle Radkarten von Oslo bis Bergen (leider aus 2007), dann komme ich ganz gut mit normalen Straßenkarten zurecht. Die Kartenversorgung habe ich geteilt: Von Berlin bis zum Nordkap und weiter bis Lübeck habe ich alles dabei. Von Lübeck bis Istanbul werde ich irgendwo an der Ostsee ein Care Paket von zuhause bekommen.

Warum kein GPS? GPS kann ausfallen, die Dinger fressen Strom ohne Ende, sind oft sehr ungenau und werden gerne geklaut. Das navigieren auf einem scheckkartengroßen Display macht einfach keinen Spaß. Ja, Karten sind schwer und nehmen Platz weg. Funktionieren aber immer extrem zuverlässig. Die aktuelle Karte ist in einer wasserdichten Hülle auf meinem Frontkorb montiert. Auch ich habe von Radlern gehört oder gelesen, die solche großen Projekte auf dem Laptop planen und dann mit einem GPS-Gerät durchziehen … getroffen habe ich noch keinen.

Ansonsten? Fragen, Fragen, Fragen … es gibt keinen Grund die Einheimischen nicht nach dem Weg zu fragen. In Städten ist die Orientierung und oft auch die Ausschilderung meist ein mittleres Chaos. Ich habe noch nie erlebt, das mir keiner helfen konnte … Sprachkenntnisse vorausgesetzt.

 

 

Werbeanzeigen